Josef Steidele
- Jahrgang:
- 1960
- Beruf:
- Betriebsleiter Logistikunternehmen
Wenn Sie auf den Wahlkampf zurückblicken: Was ist Ihnen persönlich am stärksten in Erinnerung geblieben?
Ich war jetzt zum vierten Mal im Wahlkampf dabei. Besonders auffallend und sehr positiv fand ich, dass das Interesse junger Menschen und auch vieler Frauen diesmal spürbar größer war als früher. Das hat man auch an den Listen gesehen, die zur Wahl angetreten sind. Dort waren deutlich mehr jüngere Menschen vertreten, die sich mit Herzblut und Hingabe eingebracht haben. Sie wollen etwas bewegen.
Mit welchen Themen sind Sie in den Wahlkampf gegangen – und warum waren Ihnen gerade diese Punkte wichtig?
Ein wichtiges Thema für mich sind die Seniorinnen und Senioren in Sulzberg. Wir sind in diesem Bereich schon gut aufgestellt. Vieles hat Hand und Fuß. Aber genau deshalb darf man nicht stehen bleiben. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass Menschen auch im Alter in Sulzberg bleiben können und gut versorgt sind. Mit der Kümmerei haben wir hier bereits einen Meilenstein erreicht. Darauf können wir aufbauen.
Hat sich durch Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern Ihr Blick auf bestimmte Themen verändert oder geschärft?
Ja. Im Wahlkampf habe ich auch viel mit älteren Menschen gesprochen. Dabei wurde deutlich, dass sich viele Seniorinnen und Senioren wünschen, dass ihre Bedürfnisse noch stärker wahrgenommen und berücksichtigt werden. Manche fühlen sich etwas unterrepräsentiert. Das hat meinen Blick geschärft. Wir müssen uns nun konkret fragen: Wie kann es funktionieren, wenn Menschen bei uns im Ort pflegebedürftig werden? Welche Angebote sind sinnvoll? Und was ist für die Gemeinde auch finanzierbar?
Wie haben Sie den Wahlabend erlebt – und was ging Ihnen durch den Kopf, als feststand, dass Sie gewählt sind?
Ich bin ohne feste Erwartung in den Wahlabend gegangen. Umso größer war die Freude, als feststand, dass es noch einmal geklappt hat. Das ist für mich nicht selbstverständlich. Ich sehe das Ergebnis als Vertrauensbeweis und bin dafür sehr dankbar. Jetzt freue ich mich darauf, weiter anzupacken und mich für unsere Gemeinde einzubringen.
Was bedeutet es Ihnen persönlich, Verantwortung im Gemeinderat zu übernehmen?
Für mich ist das selbstverständlich. Eine Gemeinde kann nur funktionieren und sich weiterentwickeln, wenn man zusammenhält und wenn Menschen bereit sind, sich einzubringen. Ich bin nun seit 18 Jahren im Gemeinderat. In dieser Zeit ist Sulzberg in vielen Bereichen mit großen Schritten vorangekommen. Aber das passiert nicht von allein. Dafür muss man etwas tun. Ich finde: Jeder sollte einbringen, was er kann. Nicht nur im Gemeinderat, sondern insgesamt im Ort.
Welche Themen möchten Sie jetzt als Erstes anpacken – und warum gerade diese?
Eines der wichtigsten Themen ist für mich der kommunale Wohnungsbau. Hier brauchen wir zeitnah eine klare Entscheidung. Wir müssen ehrlich prüfen: Was können wir umsetzen? Was ist finanzierbar? Und bei welcher Miete kommen wir am Ende heraus? Wichtig ist, dass Wohnraum auch wirklich erschwinglich bleibt und das Ganze Sinn ergibt.
Daneben bleibt die Frage wichtig, wie wir gute Angebote für ältere und pflegebedürftige Menschen in Sulzberg weiterentwickeln können.
Worauf freuen Sie sich in den kommenden Jahren im Gemeinderat am meisten?
Ich glaube, dass wir wieder ein Gremium haben, das lösungsorientiert arbeitet, ohne Partei- oder Gruppenzwänge. Auf dieser Grundlage können wir wieder sechs erfolgreiche Jahre für Sulzberg gestalten. Genau darauf freue ich mich.
