Tobias Vögel
- Jahrgang:
- 1992
- Beruf:
- Entwicklungsingenieur
Wenn Sie auf den Wahlkampf zurückblicken: Was ist Ihnen persönlich am stärksten in Erinnerung geblieben?
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der starke Zusammenhalt innerhalb der Freien Wähler. Wir haben wirklich eine ansprechende Liste zusammenbekommen. Auffallend war für mich aber auch das gute Miteinander zwischen den einzelnen Gruppierungen. Bei meiner ersten Wahl vor sechs Jahren war der Umgang deutlich kühler, und der Wahlkampf wurde spürbar härter geführt. Dieses Mal wollte natürlich jede Gruppierung gut abschneiden und einen der vier zusätzlichen Sitze gewinnen. Trotzdem blieb der Umgang fair und auf Augenhöhe.
Besonders gefreut hat mich, dass auf allen Listen ein Generationswechsel sichtbar wurde und viele junge Sulzbergerinnen und Sulzberger bereit waren, ein Ehrenamt im Gemeinderat zu übernehmen.Mit welchen Themen sind Sie in den Wahlkampf gegangen – und warum waren Ihnen gerade diese Punkte wichtig?
Ein wichtiges Thema für mich sind junge Familien in Sulzberg. Neben bezahlbarem Wohnraum brauchen sie auch die passende Infrastruktur, also gute Betreuungsangebote, verlässliche Rahmenbedingungen und ein Umfeld, in dem Kinder gut aufwachsen können und Eltern Familie und Beruf miteinander vereinbaren können.
Ebenso wichtig sind mir unsere Seniorinnen und Senioren. Sie sollen die Möglichkeit haben, in ihrem Heimatort, in ihrer gewohnten Umgebung gut alt zu werden.Hat sich durch Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern Ihr Blick auf bestimmte Themen verändert oder geschärft?
In vielen Gesprächen habe ich gemerkt, dass es in der Bürgerschaft Unmut über manche Entscheidungen oder Vorkommnisse gibt. Oft wurde das nicht direkt ausgesprochen, sondern eher zwischen den Zeilen deutlich.
Das hat mir gezeigt, wie wichtig frühzeitige Information und stetige Aufklärung sind. Wenn Menschen nicht wissen, warum etwas entschieden wurde oder wie bestimmte Dinge einzuordnen sind, entstehen schnell falsche Annahmen. Hier müssen wir ansetzen, bevor sich Missverständnisse zu Gerüchten verfestigen.
Wie haben Sie den Wahlabend erlebt – und was ging Ihnen durch den Kopf, als feststand, dass Sie gewählt sind?
Ich war am Wahlabend gemeinsam mit vielen anderen Kandidatinnen und Kandidaten im Hirsch in Sulzberg.Dort haben wir die Bekanntgabe der Ergebnisse verfolgt.
Über die vielen Stimmen war ich sehr überrascht. Ich habe mich sehr über das große Vertrauen gefreut und darüber, erneut Mitglied des Gemeinderats sein zu dürfen.
Was bedeutet es Ihnen persönlich, Verantwortung im Gemeinderat zu übernehmen?
Für mich bedeutet es, die Gemeinde weiter zu stärken und die Meinung der Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungen einfließen zu lassen. Wir müssen die gesetzten Ziele konsequent weiterverfolgen, damit Sulzberg seinen hohen Standard halten kann.
Welche Themen möchten Sie jetzt als Erstes anpacken – und warum gerade diese?
Eine zentrale Frage ist für mich, wie Sulzberg zukunftsfähig und gleichzeitig finanziell stabil bleiben kann. Gerade jetzt hört man immer wieder von Kommunen, die in finanzielle Schieflage geraten. Das möchte ich in Sulzberg tunlichst vermeiden.
Wir arbeiten am Ausbau des Gewerbegebiets und investieren in unsere Infrastruktur. Was mich besonders stört ist, dass bei öffentlichen Bauvorhaben oft schon vor Baubeginn hohe Planungskosten entstehen, die das Projekt finanziell stark belasten. Hier gilt es, genau zu prüfen, ob ein Fördermittel am Ende wirklich entlastet oder ob die damit verbundenen Vorgaben zusätzliche Kosten verursachen, die den Vorteil wieder aufheben.
Worauf freuen Sie sich in den kommenden Jahren im Gemeinderat am meisten?
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit aller Mitglieder im Gremium. Ich gehe davon aus, dass wir, wie in den vergangenen 6 Jahren auch in dieser Legislaturperiode wieder alle an einem Strang ziehen - zum Wohle von Sulzberg.
